Kinder unerwünscht?
Was bislang von Mutter Theresa in Kalkutta gemacht wurde und von wenigen anderen Organisationen in Indien bekannt ist, sind Adoptionsvermittlungen ungewollter Babies. Bedenkt man, dass Indiens Geburtenrate wegen mangelnder Aufklärung zur Familienplanung sehr hoch ist, scheint es umso wichtiger, derlei Projekte weiter auszubauen. Die allgemeine Armenquote ist offensichtlich schuld daran, dass Abtreibungskliniken wie Pilze aus dem Boden sprießen; sehr viele davon sind illegal.
Es gibt drei Hauptgründe, die Eltern zu diesem Schritt drängen: Armut, religiöse Hintergründe und die hohe Mitgift für Mädchen. Aus eben diesen Gründen ist es in Indien verboten, eine Ultraschalluntersuchung zur Geschlechtserkennung durchzuführen. Doch, wie so häufig, gibt es auch hier Mittel und Wege, dieses Gesetz zu umgehen. Da oft selbst für eine Abtreibung nicht genug Geld zur Verfügung steht, hört man immer wieder, dass Neugeborene im jeweiligen Hospital ,vergessen' werden. Leider kommt es auch vor, dass Säuglinge gleich nach der Geburt umgebracht werden. Hierfür gibt es unvorstellbar grausame Methoden. Manchmal werden sie auch auf öffentlichen Müllkippen entsorgt. Die örtlichen Behörden sehen diese Situation mit anderen Augen und sind damit teilweise überfordert.
Hope-Shelter!
Hope-Shelter soll ein vorübergehendes Zuhause für ungewollte Babies werden. Das Projekt wurde von zwei Familien ins Leben gerufen. Im September 2009 verließen H. und V. mit ihren 4 Kindern Deutschland, um in Nordindien ihre Vision einer Babyklappe zu verwirklichen. Nach ungefähr einem Jahr Eingewöhnungszeit in die doch ganz andere Kultur, wurde zusammen mit einen einheimischen Paar das Hope-Shelter offiziell eröffnet. Die Chettri‘s sind in Kalimpong schon durch ihr vielseitiges soziales Engagement bekannt. Besonders herausragend läuft ihr Kinderheim für
Mädchen, auch bekannt als ,Hope-Family‘!. In diesem Heim geben sie den
Kindern Hoffnung durch Liebe, Bildung und eine gute Erziehung. Solche Projekte sind sehr öffentlichkeitswirksam, und so ist es nicht verwunderlich, dass ein Umdenken quer durch alle Bevölkerungsschichten Kalimpong‘s stattfindet. Diese Veränderung ist eine Ermutigung für uns alle.
Die Babyklappe ,Hope-Shelter‘, setzt im Entwicklungsprozess der Kinder schon viel früher an! Die Neugeborenen sollen von Anfang an in einer Familie aufwachsen dürfen, was den Bedürfnissen des einzelnen Kindes noch mehr gerecht wird. Das Team hat Kontakte zu unterschiedlichen Krankenhäusern und Geburtsstationen. Gleichzeitig werden Beziehungen zu umliegenden Dörfern genutzt, um Informationen über ungewollte oder ausgesetzte Säuglinge zu erhalten. Das ,Hope-Shelter! wird diesen Kindern ein liebevolles Zuhause geben, bis sie dann in ihrer neuen Familie aufwachsen dürfen. Doch auch für hilfesuchende Mütter soll dieses Haus offen sein. Ihnen möchten wir sowohl durch aufklärende Gespräche zur Seite stehen, als auch Hilfe zur Geburtsvorbereitung anbieten. Dieser Ort soll eine Oase sein, in der jedes Leben wertvoll ist und Liebe und Hoffnung sichtbar wird!